
Integration gemeinsam gestalten. Potenziale gemeinsam entfalten.
Gefördert durch die Beauftragte der Bundesregierung für Migration, Flüchtlinge und Integration, zugleich Beauftragte der Bundesregierung für Antirassismus.
Work2Speak ist ein Modellprojekt zur Weiterentwicklung von Integrationskursen an der Schnittstelle von Sprachförderung und Arbeitsmarktintegration. Ziel ist es, erworbene Sprachkenntnisse frühzeitig in realen Arbeitskontexten anzuwenden und weiterzuentwickeln. Sprachliches Lernen und berufliche Praxis werden dabei nicht nacheinander, sondern von Beginn an miteinander verknüpft.
Das Projekt verfolgt einen praxisorientierten Ansatz: Teilnehmende sammeln bereits während des Integrationskurses erste Erfahrungen im Arbeitsalltag und entwickeln ihre Sprachkompetenzen parallel zur beruflichen Orientierung weiter. Sprachförderung findet dort statt, wo Sprache tatsächlich benötigt wird – im Austausch mit Kolleginnen und Kollegen, bei praktischen Tätigkeiten und in authentischen beruflichen Situationen.
Während klassische Integrationswege häufig dem Prinzip „erst Sprache, dann Arbeit“ folgen, setzt Work2Speak auf die Verbindung beider Lernfelder. Dadurch sollen Übergänge in Beschäftigung, Ausbildung und Qualifizierung erleichtert sowie nachhaltige Integrationsprozesse unterstützt werden.
Das Modellprojekt untersucht insbesondere, wie Integrationskurse bereits ab einem Sprachstand von A0/A1 systematisch mit arbeitsmarktbezogenen Praxiselementen verzahnt werden können. Die gewonnenen Erkenntnisse sollen dazu beitragen, bestehende Integrations- und Sprachförderangebote weiterzuentwickeln und Impulse für eine stärkere Praxisorientierung zu geben.
Work2Speak auf einen Blick
Zielgruppe
Anerkannte Schutzberechtigte ohne Beschäftigung ab Sprachniveau A0/A1
Ansatz
Sprache durch Teilhabe
Format
3–4 Tage Integrationskurs pro Woche & 1–2 Tage berufliche Praxis
Standorte
Bremen, Frankfurt am Main und Ammerland
Projektlaufzeit
1. Mai 2026 bis 31. Dezember 2026
Zielgruppe
Das Projekt richtet sich an arbeitslose anerkannte Schutzberechtigte mit geringen Deutschkenntnissen (ab Sprachniveau A0/A1), die einen Integrationskurs besuchen und ihre sprachlichen sowie beruflichen Perspektiven erweitern möchten.
Die Teilnehmenden werden über die beteiligten Volkshochschulen, Jobcenter sowie weitere Kooperationspartner:innen identifiziert, angesprochen und für die Projektteilnahme ausgewählt.
So funktioniert Work2Speak
Die Teilnehmenden besuchen an drei bis vier Tagen pro Woche einen Integrationskurs an einer der beteiligten Volkshochschulen. Ergänzend absolvieren sie an ein bis zwei Tagen pro Woche begleitete Praxisphasen in Unternehmen oder gemeinwohlorientierten Einrichtungen.
Die Praxisphasen erstrecken sich über einen Zeitraum von bis zu sechs Monaten und werden durch individuelles Coaching begleitet. Sprachliche Erfahrungen aus dem Arbeitsalltag werden kontinuierlich aufgegriffen, im Unterricht reflektiert und gezielt weiterentwickelt. So entsteht ein fortlaufender Lernprozess, in dem Anwendung, Reflexion und Weiterentwicklung sprachlicher Kompetenzen eng miteinander verbunden sind.
Ziel ist es, die Beschäftigungsfähigkeit der Teilnehmenden zu stärken und den Übergang in Beschäftigung, Ausbildung oder weiterführende Qualifizierungsmaßnahmen zu erleichtern.
Mehrwert für Unternehmen und Einrichtungen
Work2Speak eröffnet Unternehmen sowie gemeinwohlorientierten Einrichtungen die Möglichkeit, potenzielle Mitarbeitende frühzeitig kennenzulernen und schrittweise an betriebliche Abläufe heranzuführen. Die begleiteten Praxisphasen schaffen einen strukturierten Rahmen, um Potenziale sichtbar zu machen und Perspektiven für eine spätere Beschäftigung oder Ausbildung zu entwickeln.
Beteiligte Unternehmen und Einrichtungen profitieren insbesondere von:
Zur Entlastung der Betriebe werden Teilnehmende und Praxisstellen durch qualifizierte „On-the-Spot“-Coaches begleitet. Dadurch bleibt der organisatorische Aufwand für die beteiligten Unternehmen und Einrichtungen gering.
Gemeinsam für erfolgreiche Integration
Work2Speak basiert auf der engen Zusammenarbeit von Akteurinnen und Akteuren aus den Bereichen Sprachförderung, Arbeitsmarktintegration und soziale Beratung. Im Rahmen des Projekts werden bestehende Kooperationen zwischen Volkshochschulen, Unternehmen, gemeinwohlorientierten Einrichtungen, Jobcentern, der Migrationsberatung für Erwachsene (MBE) sowie weiteren regionalen Partnerinnen und Partnern gestärkt und weiterentwickelt.
Ziel ist es, unterschiedliche Unterstützungsangebote besser miteinander zu verzahnen und Teilnehmende auf ihrem Weg in Sprache, Arbeit und gesellschaftliche Teilhabe ganzheitlich zu begleiten.
Modellcharakter und Transferpotenzial
Work2Speak verfolgt das Ziel, die sprachliche und berufliche Integration von anerkannten Schutzberechtigten nachhaltig zu verbessern. Gleichzeitig untersucht das Projekt, wie Integrationskurse bereits in frühen Lernphasen wirksam mit arbeitsmarktbezogenen Praxiselementen verbunden werden können.
Hierfür werden die Erfahrungen der Teilnehmenden, Unternehmen, Volkshochschulen und weiteren Projektpartnerinnen und -partnern systematisch dokumentiert und ausgewertet. Die gewonnenen Erkenntnisse sollen Impulse für die Weiterentwicklung von Integrationskursen liefern, Übergänge in Beschäftigung, Ausbildung und Qualifizierung verbessern und die Zusammenarbeit zwischen Bildungs-, Beratungs- und Arbeitsmarktakteur:innen stärken.
Projektpartnerinnen & -partner
Work2Speak wird gemeinsam umgesetzt von:
• Lichtgrenze Bremen e.V.
• Volkshochschule Bremen
• Volkshochschule Frankfurt am Main
• Kreisvolkshochschule Ammerland
• Universität Bremen
Weitere Kooperationen zu Unternehmen, gemeinwohlorientierte Einrichtungen, Jobcenter, Sozialämter sowie die Migrationsberatung für Erwachsene (MBE) sind vom Projektziel umfasst.
Das Projekt wird durch die Beauftragte der Bundesregierung für Migration, Flüchtlinge und Integration, zugleich Beauftragte der Bundesregierung für Antirassismus, gefördert.
Kontakt:
Lichtgrenze Bremen e.V.
Am Brill 19-21, 28195 Bremen
E-Mail: work2speak@lichtgrenze-bremen.de
Telefon: 0176 215 25 317
Projektkoordination und Beratung
Maria Werner